Begeistertes Publikum beim Vortrag von Dr. Andreas Salcher in Thalheim
Der verletzte Mensch und seine letzte Stunde
Der österreichische Bestseller-Autor Dr. Andreas Salcher las am Dienstag, 12. April 2011, in dem mit rund 130 Besucherinnen und Besuchern ausverkauften Raiffeisensaal der Marktgemeinde Thalheim aus seinen beiden letzten Büchern „Der verletzte Mensch“ und „Meine letzte Stunde“. Der Arbeitskreis „Gesunde Gemeinde Thalheim“ wählte Dr. Salcher als Referenten zum Schwerpunkt „Mentales“ und traf damit augenscheinlich die richtige Entscheidung.
Es sind die „kleinen“ Verletzungen die den Menschen nachhaltig prägen. Ob in der Schule, im privaten Bereich oder im Beruf. Dr. Salcher wies in seiner Lesung mit einem lebhaften Beispiel darauf hin, dass dies aber auch eine Chance sein kann, richtig damit umzugehen und seine eigene Lektion daraus zu lernen, die einem in der persönlichen Entwicklung weiterbringen.
Als Übergang zum Thema und Buch „Die letzte Stunde“ bekam das Publikum ein von ihm konzipiertes „Lebenslineal“, das von 0 bis 100 Jahren – basierend auf der durchschnittlichen Lebenserwartung von Frauen und Männern – entsprechend geteilt werden musste. Somit hatten die Anwesenden zu guter Letzt den Rest des Lebens als Papierabschnitt in der Hand. Dies sorgte im Raum für einige Lacher aber auch für teils nachdenklich Gesichter. „Entscheidend ist, was Sie aus dem letzten Stück Ihrer Lebenserwartung machen!“, so Dr. Salcher. Gleichzeitig konzentrierte sich die Thematik in Folge auf das letzte Kapitel, das unweigerlich auf jeden zukommt. Die Schlussfolgerung war, dass wir darüber nachdenken sollen, wie unser letzter Lebensabschnitt von uns persönlich gestaltet bzw. „geschrieben“ werden könnte. „Am Ende zählt, wie zufrieden wir mit uns selber sind und was wir auch unserem Leben gemacht haben!“, erklärte Dr. Salcher dazu.
Sehr lebensnah und bewegend war die Präsentation von Beispielen aus der Praxis von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Umstände kurz vor dem eigenen Ableben standen. Die Erfahrung, dass in Kürze alles vorbei sein könne, bewegte die Personen zur intensiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Fallweise wurden aus dieser Tatsache lebensbejahenden Grundeinstellungen und zu einem totalen Neuanfängen.
Dr. Salcher beendete die Lesung mit Zitaten aus einem Kapitel, das so nicht erwartet wird. Im Abschluss und der nun endgültig erwarteten Lösung, bewegt sich der Schriftsteller auf die persönliche Ebene mit seinen Leserinnen und Lesern und stellt die Aufgabe, nun aus den persönlichen Erfahrungen des gerade gelesenen, sein eigenes, letztes Kapitel niederzuschreiben. Keine leichte Aufgabe aber dennoch ein starker Impuls, sein Leben eventuelle neu zu ordnen.